Freitag, 30. September 2016

Tag 44: Überraschende Wendungen

Wie immer konnte ich mich kaum aus dem Bett bewegen vor lauter Müdigkeit. Noch dazu war ausnahmsweise meine Zimmernachbarin da und ich musste klammheimlich alle zusammenpacken was ich brauchte. Dann – ein Blick aufs Handy – versüßte mir den Tag.

Eine andere Studentin schrieb mir, dass unsere erste Stunde heute ausfiel. Nachdem ich mich versichert hatte (der Professor hatte tatsächlich geschrieben, dass mit seinem Auge etwas nicht in Ordnung sei) legte ich mich mit meinem Gewand einfach wieder zurück ins Bett. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, früher aufzustehen, damit ich noch ein wenig lernen könnte, allerdings bekam ich meine Augen erst wieder um 10 auf. Dennoch, endlich hatte ich mich wirklich ausruhen können.

Bevor es zum späten Frühstück ging, schaute ich aus Langeweile in mein Online-Tool und – siehe da! – die Noten einer Klasse waren hochgeladen worden. Ich staunte nicht schlecht, als ich 100% sah und dachte einen Moment, da muss wohl ein Fehler passiert sein. Immerhin hatte ich von dieser Prüfung erst am Freitag davor erfahren!

Nach besagtem Frühstück, machte ich mich dann auf in die Spanisch Klasse, dann ein kleines Mittagessen und dann machten wir einen kleinen Ausflug Richtung Downtown, um ein paar Geschäfte zu erledigen. Auf dem Heimweg liefen wir unserem Kletterfreund in die Arme, der uns abends zu sich einlud. Nach der letzten Klasse des Tages, verzog ich mich ein bisschen in mein Zimmer, bevor es zum Abendessen ging. Yum, heute gab es chinesische Pfanne mit Reis. Sehr lecker!

Nach ein bisschen Lernen traf ich mich dann mit unserem Kletterfreund und wir spielten gemeinsam Call of Duty. Es war sehr lustig, auch wenn wir nicht übermäßig begabt waren. Dann war es auch schon ziemlich spät; ich richtete noch schnell meine Sachen her, hängte alles an Ladekabel und bereitete so gut wie möglich geistig auf das frühe Aufstehen morgen vor.

Donnerstag, 29. September 2016

Tag 43: Viel zu viel

Als ich heute aufwachte, wollte ich absolut nicht aufstehen. Ich hatte es warm und gemütlich, ich war müde und draußen regnete es und die Sonne ging grade auf. Es dauerte geschlagene 20 Minuten, bevor ich mich aus dem Bett bewegen konnte.

Wie dem auch sei, auch heute bekam ich meine Tests nicht zurück, dafür aber ging ich mit dem chinesischen Studenten frühstücken (da ich meine ID ja verloren hatte und vorgestern nicht Abendessen konnte, hatte ich eine Mahlzeit frei). Leider kostete mich das viel Zeit und so konnte ich kaum andere Dinge erledigen, bevor es weiter zu meiner Spanisch-Klasse ging, wo wir heute Hausübung machen konnten; fand ich recht nett. Im Nachhinein unterhielt ich mich noch etwas mit meinem Lehrer, bevor ich zum Mittagessen ging.

Dort traf ich einen anderen Studenten, der ebenfalls Spanisch bei dem selben Professor aber zu einer andern Zeit und bat ihm meine Hilfe bei der Spanish Hausübung an. Er freute sich sehr, und so half ich ihm ein bisschen bei der Grammatik. Dann war es auch schon Zeit für die letzte Klasse. Heißkalt fiel mir ein, dass ich ja um 6 eine Verabredung für unserer Klassenprojekt hatten und noch die Karten für die Broadway-Show bestellen mussten.

Vollkommen gelangweilt und müde, warf ich mich samt Jacke ins Bett und beschloss – nachdem mir die Augen immer schwerer wurden – ein kurzes Nickerchen zu machen. Wieder läutete der Wecker viel zu früh, nach getaner Klassenarbeit ging ich essen und anschließend bestellte ich Tickets für "The Phantom of the Opra". Ich bin schon sehr gespannt. Total erleichtert, dass das endlich von meiner Liste gestrichen werden konnte, ging ich heute nicht zum Anime-Club, weil ich eigentlich lernen wollte. Allerdings hatte ja die deutsche Studentin, die ja Montag abreisen würde, Geburtstag gehabt und so wollten wir feiern.

Eine andere Studentin lud uns deshalb zu sich ins Zimmer ein – wo sie uns herzallerliebst Kuchen und Tee spendierte. Dann machten sich alle auf, fortzugehen. Die Studentin bot mir an, ich könne mitkommen, in einer speziellen Bar (wo man auch essen konnte) könne man auch als Minderjährige (solange man einen 25-jährigen Begleiter hatte; und ja, den hatten wir.) Also machten wir uns guter Dinge auf, bloß wussten wir nicht, dass man dafür auch Essen bestellen musste. Niedergeschlagen machte ich mich also unverrichteter Dinge zurück zum Wohnheim – netterweise begleitet von zwei anderen Studenten. Noch unwohler wurde mir, als mir bewusst wurde, dass ich die einzige Minderjährige gewesen war und alle anderen nur meinetwegen waren mussten.

Nach ein paar lustigen Videos hatte sich meine Stimmung ein wenig gebessert, und dann legte ich mich auch schon völlig erschlagen ins Bett.

Mittwoch, 28. September 2016

Tag 42: ID ward gefunden

Da man mir gestern geraten hatte, eine neue ID zu besorgen, tat ich dies, bevor ich mich mit der französischen Studentin zum Frühstück treffen wollte. Und als ich zum Tresen kam, wachelte mir was entgegen? Natürlich meine verlorene ID.

Die Cafeteria-Dame meinte, man habe sie abgegeben und sie hatte ihrer Kollegin gesagt, sie hätte sie in die Kassa gelegt. Besagte Kollegin aber konnte sich wohl nicht mehr daran erinnern, als zwei Leute nach der ID fragten, womit ich leicht grantig in den Tag starte.

Wir frühstückten, dann erwartete ich eigentlich meine Testergebnisse zurück zu bekommen, aber nein. Nur eine ganz normale Stunde. Selbiges gilt für Spanisch. Danach aßen wir gemeinsam Mittag (PS die besagte Kollegin entschuldigte sich ausgiebig bei mir, sodass der Ärger verflog), bevor ich mich in mein Zimmer verkrümelte und ausnahmsweise sogar produktiv meine Hausübung erledigte bevor ich mich auf zur letzten Klasse des Tages machte (und auch keine Prüfungsergebnisse bekam).

Nach einer weiteren Stunde faulenzen (ich war auch ein bisschen krank) machte ich mich dann auf zum Abendessen und weiter zum Tanztraining.

Ach heute lernten wir einen neuen Tanz, der mir sehr gut gefiel. Den Muskelkater bekam ich gleich danach zu spüren, als ich mich für's Bett fertig machte und völlig entkräftet schlafen legte.

Dienstag, 27. September 2016

Tag 41: Doomsday 2.0

Auch heute läutete der Wecker viel zu früh und gleich als erstes in der Tagesordnung stand mein letztes Exam für diese Woche. Davor musste ich mich aber noch reichlich mit Kaffee versorgen, bevor ihr dieser Aufgabe auch nur ansatzweise gewachsen war.

Wieder war die Prüfung ganz lala und ich freute mich unheimlich, als sie endlich vorbei war. Schnurstracks ging es zurück in mein Zimmer, wo ich meine wiedereroberte Freiheit ausgiebig genoss. Nach einem kurzen Mittagessen mit den japanischen Studentinnen, die ich für eine Broadway-Show begeistern konnte, fuhr ich mit dem Freiheit-genießen fort, bis meine letzte Klasse an der Reihe war. Diesmal war es nicht ganz so langweilig, da wir die Prüfungsvorbeitungen für nächste Woche machten.

Danach wollte ich mich noch kurz ausruhen, bevor ich nach einem leckeren Abendessen zum extra Tanztraining gehen wollte. Ja wollte, denn als ich beim Wohnhaus ankam, erkannte ich, dass meine Studenten-ID (die man zum Aufschließen der Tür benötigte) nicht in meiner Geldbörse war. Ich dachte mir aber noch nichts weiter dabei, denn immerhin konnte ich sie nach dem Mittagessen auch einfach am Tisch liegen gelassen haben. Nach einer gründlichen Wohnraumdurchsuchung hatte ich aber noch immer leere Hände. Wie ich auf dem kurzen Weg von der Dining Hall zu meinem Zimmer die ID verloren haben könnte, ist mir bis jetzt ein Rätsel. Und das sie niemand auf dem recht stark besuchten Gehsteig oder in der Speisehalle gefunden hatte erst recht.

Somit konnte ich nicht zum Abendessen (denn mit der Karte zahlte ich) und verbrachte es einsam und allein in meinem Zimmer mit einer Schüssel voll Ramen. Den einzigen Rat, den ich diesbezüglich bekommen hatte, war mir morgen in der Früh eine neue Karte zu beschaffen (Kostenpunkt 15$). Auch zum Training konnte ich nicht, denn ich brauchte die Karte nicht nur zum Zurückkommen ins Wohnhaus, sondern auch um Einlass in die Sporthalle zu bekommen.

Also verbrachte ich den restlichen Abend, wie den ganzen Tag und genoss meine Freiheit. Ich bin schon gespannt auf morgen, denn wahrscheinlich bekomme ich meine Examen von gestern zurück! (Multiple-Choice sei Dank!)

Montag, 26. September 2016

Tag 40: Doomsday

Wie schon über die letzten Tage verkündet, ereignete er sich heute: mein ganz persönlicher Doomsday. Der ersten Prüfung sah ich eigentlich ganz positiv entgegen; ich hatte die Kapitel (halbwegs) gelesen, immer gut aufgepasst und kannte mich eigentlich gut mit der Materie aus. Dachte ich. Bei manchen Fragen war ich mir bei den Antworten 100%ig sicher, bei anderen dachte ich mir "Hm, davon hab ich weder gehört noch gelesen". Trotzdem ging ich mit einem nicht so negativen Gefühl aus dem Unterrichtsraum. Ich verkrümelte mich indie Bibliothek, wie ich das neuerdings jetzt immer machte um zu lernen.

Nach Spanisch und einer kurzen Mittagspause, traf ich mich mit der einen RA, die ebenfalls mit mir Prüfung am Nachmittag hatte und wir lernten gemeinsam, während ich dem chinesischen Studenten meine Notizen für die morgige Prüfung borgte. Die Zeit verflog viel zu schnell und die Stunde der Wahrheit schlug. Zwar ging es mir wie bei der ersten Prüfung, andererseits hatte ich das Gefühl, ich wusste sogar mehr als bei ersteren. Komisch. Trügt mich mein Gefühl etwa?

Nach diesem schweren Tag, fühlten sich meine Schultern schon sehr viel leichter an. Ich machte ein paar Quizzes und schaute mir noch einmal die Notizen für meine Prüfung (morgen früh um 8, ächz! Da werde ich wohl Starbucks brauchen!).

Und endlich hatte ich mal wieder Tanztraining. Ich lernte die neue Choreografie, wobei ich mich eigentlich gar nicht so dumm anstellte. Nur an den Bewegungen würde ich noch feilen müssen. Die anderen kannten allerdings alle den Tanz schon (den die waren bei den Trainings am Freitag und am Sonntag gewesen) und so fühlte ich mich ein wenig wie ein Klotz am Bein. Der Club-Kapitänin war das allerdings egal und sie bot uns großzügigerweise an, mit uns morgen zu trainieren. Zudem konnte ich mit ihr noch darüber reden dass ich niemals am Freitag (zur Trainingszeit hatte ich noch Unterricht) und wahrscheinlich nur selten am Sonntag (ich war hier ja nur zu Besuch und wollte schon auch noch reisen können) kommen würde können. Sie meinte, das wäre kein Problem.

Nach dem anstrengenden Training gönnte ich mir eine kurze Dusche, bis ich mich wieder ans Lernen machte. Drückt mir die Daumen für morgen!

Sonntag, 25. September 2016

Tag 39: Tag der Entscheidung – Vergnügungspark

Nachdem ich gestern ewig und noch länger aufgeblieben und gelernt hatte, wusste ich dennoch nicht, wie ich mich entscheiden solle. Da unser Freund uns aber bei sich zu Hause erwartete und ich ihn nicht im Regen stehen lassen wollte, beschloss ich dennoch früh aufzustehen und mit ihm zu reden. Vielleicht könnten wir ja etwas anderes machen?

Nachdem ich auf die französische Studentin warten musste (die verschlafen hatte) gingen wir gemeinsam zu seinem. Ich streichelte die fette Katze Izzy und auch den jungen Hund Jax, die seiner Freundin gehörten. Als auch er endlich seinen ganzen Kram zusammengepackt hatte, fuhren wir los, seine Freundin bei ihrer Arbeit in einem Stadion absetzen.

Und irgendwie realisierte ich jetzt, das es wohl zu spät war, jetzt noch Einwende zu machen. Glücklicherweise hatte ich meine Lernsachen mit und konnte während der Autofahrt ein wenig lernen. Wir legten nur einen kurzen Zwischenstopp bei Dunkin' Doughnuts ein, wo ich erstmal einen amerikanischen Doughnut kostet – wirklich lecker! Es dauerte nicht lange, und dann waren wir auch schon da.

Wir hatten eine richtig gute Zeit gemeinsam. 
Hölzerne Achterbahn
 wie diese gab es zuhauf.
Ein kleiner, netter Vergnügungspark. Als erstes starteten wir mit der Wasserbahn (auch die einzige Bahn, die wir zweimal fuhren); damit wir danach trocknen könnten, meinte unser Kletterfreund. Weiter ging es dann zu einer hölzernen Achterbahn (davon gab es ziemlich viele dort) deren Charm darin bestand, nicht super-fest gesichert zu sein; was darin resultierte, dass wir regelrecht in den Sitzen abhoben. Ein weiteres Highlight des Tages war das "Blue Fire" eine Achterbahn, die zu Beginn einfach senkrecht nach oben ging, bevor sie wieder senkrecht nach unten ging. Mein Magen war leider nicht so robust, wie es sonst immer war (konnte daran gelegen haben, dass mir durch das Lernen im Auto ein bisschen mulmig geworden war). Wir hatten sehr viel Spaß und ich bin schon ganz gespannt auf die vielen coolen Videos, die wir im Park mit der GoPro unseres Kletterparks gemacht haben.

Dann ging es auch schon wieder nach Hause (nach einer kleinen Portion Taters; frittierte Kartoffelecken), wo wir seine Freundin von der Arbeit abholten und nach reichlichen Umwegen und Kommunikationsschwierigkeiten endlich unseren Ausgangspunkt wieder erreichten. Wir waren sogar rechtzeitig genug daheim, um noch ein genüssliches Abendmahl einzunehmen.

Nach einer erfrischenden Dusche ging es dann wieder an die Hauptaufgabe des Tages: Lernen! Allerdings war ich recht positiv gestimmt, die erste Prüfung zu bestehen und bis zur nächsten hatte ich morgen noch ein wenig Zeit...

Samstag, 24. September 2016

Tag 38: Stoppt der STUVAK

STUVAK = Stundenverkürzungsaktion

Heute war ein ruhiger Tag – ein Teil der Internationals waren nach Washington, ein anderer nach Pittsburg aufgebrochen. Meine französische Freundin ließ mich auch für einen Camping Trip (von Freitag bis Samstag) zurück und so nahm ich mein Frühstück allein und relativ früh ein.

Danach machte ich mich – endlich ans Lernen. Nicht wirklich interessant. Etwas später verlagerte ich meine Lernlocation von draußen hinein in die Bibliothek, wo ich neben einer japanischen Studentin ungefähr 4 Stunden damit verbrachte, für meinen unerwarteten Test am Montag zu lernen. Zu meiner Befürchtung wurde das leichte Kratzen in meinem Hals immer stärker; hoffentlich werde ich nicht krank.

Nach einem kurzen, amüsanten Abendessen, ging es weiter, zu etwas, auf das ich mich schon den ganzen Tag gefreut hatte – dem Film Finding Dory. Er hat mir richtig gut gefallen und ich war total bereit jetzt noch ein paar Stunden mehr zu lernen.

Die französische Studentin schaute einen Sprung bei mir vorbei und wir plauderten. Sie erzählte mir von ihrem netten Camping Trip, bevor sie wieder losmusste und mich meinem Lernen überließ. Die Sache ist die: unser Kletterfreund möchte morgen mit uns in einen Vergnügungspark fahren und ich habe ein schlechtes Gewissen, wenn ich mich nicht noch besser vorbereite. Ah, elendes Gewissen!

Mal sehen wie weit ich heute noch komme...